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Tausche Rollstuhl gegen Rucksack (Teil 3)

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Gestern konnte ich noch, aus meiner warmen Daunenjacke heraus, das Bergpanorama mit seinen schneebedeckten Gipfeln bestaunen. Heute Szenenwechsel: Am zweiten Tag unserer Trekking-Tour beziehen wir Unterkunft mitten im dichten Regenwald. Ich tauche ab in dieses unendliche Grün, bemerke aber am dritten Tag, dass ich mich in einer mentalen Abwärtsspirale befinde. Zum ersten Mal wird es für mich richtig anstrengend. Überraschung: Im Regenwald auf 2700 Meter Höhe wandern bedeutet den ganzen Tag im Regen wandern.

Wild and free 

Warum in aller Welt mache ich immer so verrückte Sachen? Brauche ich diese Grenzerfahrungen, um zu spüren, an welcher Stelle ich noch über mich hinauswachsen kann? Im Alltag liebe ich Strukturen und modernste Technologien. Ich fahre sogar einen smarten Elektro-Rollstuhl, der digital vernetzt ist. Andererseits will ich mich nicht einschränken lassen, sondern wild und frei sein wie der wuchernde Regenwald.

Wenn ich als Motivationsredner über „Grenzen verschieben" spreche, ist es dann nicht notwendig, diese Erfahrung immer wieder selbst – und möglichst auch freiwillig zu machen?

Mein Motto: Wild and Free! Und wo lässt sich das besser spüren, als mitten im Dschungel?

Mission possible

Wie entsteht Mut? Man sagt ja immer „stell dich deinen Ängsten – face your fears!". Ich habe in meiner Kindheit extreme Höhenangst gehabt. Auch heute bleibt mir oftmals die Luft weg, wenn es tief runter geht, oder ich auf einem wackligen Untergrund stehe. Und dann ich so: 4600 Meter über dem Meeresspiegel. Fällt dir was auf?

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss. In diesem Fall kommt es in Form einer selbstverordneten Radikal-Therapie zur Überwindung meiner Höhenphobie. Zip-Lining im Dschungel über hunderte von Metern Abgrund kann ich an der Stelle nur empfehlen. Ernsthaft: Ich hatte so unglaubliches Hemdflattern. Und das fast einen Kilometer lang. Dabei stand anfangs gar nicht fest, ob ich überhaupt „fliegen" darf.

Lange haben wir zusammen an einer Lösung gebastelt, bis mein Körper schließlich komplett mit Klettergurten abgesichert ist. Was dabei unglaublich hilfreich war: Der Anbieter hat mich mit aller Kraft unterstützt, diese Grenzerfahrung zu machen. Und so ging es nach einer kurzen Teststrecke über 5 Meter in seinem Büro schließlich im Tandem am Seil über insgesamt sieben Zip-Lining Strecken. Das Tandem ermöglichte mir, aufrecht zu sitzen und quasi eigenhändig abzubremsen.

Seinen ärgsten Feind zu besiegen – in meinem Fall eben die Höhenangst – das löst unfassbare Glücksgefühle aus. Was für ein Adrenalin-Kick, ich war noch Stunden später völlig geflasht!

Kurz bevor es losging: Der Gurt saß, die Gopro lief und ich bin fast vor Auffregung gestorben!

Am Gipfel der Gefühle

Kam ich mir eben noch wie neugeboren vor, fühle ich mich jetzt wie eine alte Seele. Wir haben es geschafft, ich stehe am Machu Picchu. Im mystischen Nebel lichtet sich eine der geheimnisvollsten Geschichten menschlicher Zivilisation. Was war das hier: Die Kultstätte einer Hochkultur? Ein streng bewachtes Heiligtum der Inkas, die dieses unwegsame Land so klug kultiviert haben? Ein erhabenes Gefühl beschleicht mich. Mich, den gerade mal einen Meter großen Janis. Das Leben ist eine großartige Herausforderung.
Yes! Ich habe es geschafft und bin – mit der Hilfe meiner Freunde und allen, die mich auf meinem verrückten Weg hierher unterstützt haben – im legendären Machu Picchu angekommen!

Das war mein Abenteuer in Peru - und hier kannst Du Dir noch den Beitrag von Sat.1 dazu anschauen:

...

Sat 1 - 12.09.2018

„Wir hatten doch alle eine Idee davon, wofür wir angetreten sind! Lasst es uns gemeinsam wieder entdecken"

Wie das Abenteuer begann:

...

Verrückte Aktion. Typisch ich! (Teil 1) - Unaufhaltbar Blog

Ich reise, eingezwängt in einen Trekking-Rucksack, auf dem Rücken meiner Freunde durch Peru. Ja richtig: Ich sitze nicht zwischen zwei Gepäckstücken oder trage gar selbst eines – nein, ich bin der Inhalt, den es zu transportieren gilt.  Es ist e
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Freund oder Frust?
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Montag, 24. Juni 2019

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