Der Strom deines Lebens: So gewinnst du mehr Energie.

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„Du hast unglaublich viel Energie, Janis! Woher nimmst du sie nur?" Oft wird mir diese Frage nach Vorträgen oder in Interviews gestellt. Natürlich weiß ich, was damit gemeint ist, gleichzeitig finde ich sie kurios und manchmal möchte ich flapsige Antworten geben. Oder die Gegenfrage stellen: „Woher nimmst denn du deine Energie?" Schauen wir doch mal nach.

Energiebündel – wird man es oder ist man es?

Kurz gesagt: Niemand wird müde geboren. (Natürlich spreche ich im Folgenden vom gesunden Durchschnittsmenschen, nicht von akut oder chronisch Kranken.) Der Mensch ist Energie; er ist sogar sein eigenes Energiekraftwerk. Aus schlichten Zutaten wie Nahrung, Luft und Schlaf stellt er uns jeden Tag Energie zur Verfügung. So gesehen ist die einzige Antwort auf die Frage, woher wir unsere Energie nehmen, diese: Aus uns selbst. Wir werden als Energiebündel geboren. Die spannende Frage ist also eher, warum scheinen manche Menschen mehr Energie zu haben? Haben sie wirklich mehr Energie? Und wenn ja, woran liegt es?

Konsum macht müde.

In der Frage „Woher nimmst du deine Energie?" lauert mein Lieblingsfeind Nummer eins, die passive Konsumhaltung. Energie am Morgen? Ja, aber nur im Sommer, wenn die Sonne scheint und die Vöglein in der richtigen Lautstärke zwitschern; nur freitags, nie montags. Nur, wenn der Partner auch gute Laune hat, die Kollegen gut drauf sind, die Arbeit passt, die anderen grüßen, das Brötchen nicht auf die Marmeladenseite fällt. Wenn die Umstände stimmen, dann ist da vielleicht Energie. Oder, wenn genug Energy Drinks im Kühlschrank stehen. Hinter all dem steht die Erwartung, dass sich im Außen Dinge zu erfüllen haben, um mir Energie zuzuführen. Wer Energie als Konsumgut betrachtet, wird schnell zum Energieräuber. Solche Menschen kennen wir alle. Schon nach 10 Minuten mit ihnen fühlen wir uns ausgelaugt, mindestens angezapft. Und wenn wir gar selbst ein Energieräuber sind? Oooops!

DEIN BESTES LEBEN ist ein Leben, das dir Energie schenkt, statt sie dir dauerhaft zu entziehen.

Verzichten auch.

Energielosigkeit kann selbstverständlich auch aus Verzicht herrühren. Wer auf seine Selbstwirksamkeit verzichtet, seinen Selbstwert, seine Selbstbestimmtheit, seine Selbstwahrnehmung (ich schreibe an diesem Punkt aus gutem Grund nicht von Selbstbewusstsein), der hat die wichtigsten eigenen Grundlagen zur Energiegewinnung abgeschnitten. Nichts erzählt uns so klar und eindeutig, was wir brauchen, wie unser Körper, unsere Stimmung, unser Zusammenspiel aus intellektueller und emotionaler Wahrnehmung. Auf Eigenverantwortung zu verzichten, ist der Verzicht auf die eigene Energie. Ja, sogar der Verzicht auf das eigene Leben.

Was also tun?

Wenn du dich zu den meisten Dingen in deinem Leben quälen musst, weil dir die Energie fehlt, bist du mit 100%iger Sicherheit auf dem falschen Pfad unterwegs. Du übersiehst bzw. überhörst eindeutige Signale deines Systems. Vielleicht gehst du ständig über deine körperlichen Kräfte; vielleicht arbeitest du dich unnötig an deinen schwachen Talenten ab, statt deine Stärken weiter zu entwickeln; womöglich folgst du Ideen oder Werten, die nicht mit dir im Einklang sind; hungerst für einen Idealkörper, strampelst für eine Karrierestufe, verbiegst dich für Anerkennung; glaubst, dass das Leben hart und schwer und voller Steine im Weg sein muss. Wer keine Energie hat, der kann nicht weitermachen. Gut so. Stopp. Halt mal an und betrachte dich und dein Leben.

Wenn du Energie willst, dann sei du selbst. Weil du Energie bist.

Energie folgt einem Kreislauf. Deinem Kreislauf.

Immer wieder mache ich darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, den eigenen Überzeugungen zu folgen. Der Intuition, dem Flow – nenn es, wie du magst. Unser „richtiger" Weg ist dadurch gekennzeichnet, dass wir instinktiv in die Richtung gehen, in die unser Innerstes zieht. Bei mir ist das z.B. das Reisen, die Bühne oder Zeit mit Freunden. All' das beschert mir tiefe Glücksmomente, es erfüllt mich. Das wiederum setzt die Kraft frei, die ich für die Vorbereitung und Durchführung meiner Herausforderungen brauche. Die Wege zu den uns wichtigen Zielen sind oft anstrengend, ja, sie brauchen Energie. Die Freude und der Spaß, die wir fühlen, weil das, was wir tun zu 100% unser Ding ist, lassen uns die Anstrengung gut meistern. Wir brauchen Energie, um das zu tun, was uns Energie schenkt. So einfach ist es.

Wieder ein Kompass: dein Energielevel

Dein bestes Leben ist ein Leben, das dir Energie schenkt, statt sie dir dauerhaft zu entziehen. Menschen, die Kraft und Energie haben, kennen die Quellen, aus denen sie schöpfen können. Sie wissen, was ihr Körper braucht, sie hören auf seine Bedürfnisse. Sie wissen, was ihr Geist braucht, sie hören auf seine Bedürfnisse. Sie wissen, wo und bei was und mit wem sie sich lebendig fühlen und bevorzugen die Wege dorthin. Sie kennen ihre Potenziale und Stärken und beschäftigen sich mit deren Entwicklung, statt sich an eigenen Schwächen abzuarbeiten und aufzureiben. Dein Energielevel wird dir immer zuverlässig zeigen, wie nah du an dir selbst dran bist. Wenn du Energie willst, dann sei du selbst. Weil du Energie bist. That's all.


Welchem Kompass ich noch folge: 

...

Das Leben ist eine Goldgrube - Unaufhaltbar Blog

Oft begegne ich durch meine vielen Vorträge und Reisen spannenden und interessanten Menschen. Einer davon ist der Investmentexperte Sven Lorenz. Im Zuge unseres Gesprächs fragte er mich, ob ich Lust auf ein Interview für seinen Podcast „Richtig reich" hätte. „Ich? Ich bin ja nicht reich", wollte ich erwidern – und sagte spontan zu. Wir sprachen darüber, wie wir mit einem einzigen Satz unser Gehirn komplett umprogrammieren können.


Coferfoto: Katy Otto / Invacare GmbH

Foto: Sven Hasse

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Zufall für Fortgeschrittene (2016 - Sri Lanka 1)
Rückkehr-Blues – Von Marrakesch ins Nichts

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Kommentare 2

Gäste - Birgit Floss (website) am Freitag, 15. März 2019 08:13

Gutes Thema, Janis
Energieräuber sind allgegenwärtig - Danke fürs Schreiben, muss ich unbedingt teilen...

Gutes Thema, Janis :D Energieräuber sind allgegenwärtig - Danke fürs Schreiben, muss ich unbedingt teilen...
Janis McDavid am Montag, 18. März 2019 11:00

Danke Dir, Birgit! Freut mich zu hören, dass Dir der Beitrag gefällt!
Teilen ist selbstverständlich erwünscht!

Danke Dir, Birgit! Freut mich zu hören, dass Dir der Beitrag gefällt! :) Teilen ist selbstverständlich erwünscht! ;)
Gäste
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